Der FEUERIO trauert um Franz Barth, der 1979 als „Prinz Franz II. von der Investei“ als Prinz der Großen FEUERIO, der Stadt Mannheim und der Kurpfalz in die Geschichte einging. Franz Barth verstarb im Alter von 82 Jahren.
Franz Barth kam aus Kassel, der Liebe wegen in die Kurpfalz und blieb der Region sein Leben lang treu. Als Diplom-Kaufmann baute er an der Dualen Hochschule Mannheim den Studienbereich Veranstaltungsmanagement mit auf und lehrte auch nach seiner Pensionierung noch an den DHBW-Standorten Mosbach und Karlsruhe. Wer ihn kannte, wusste: Hier traf akademische Präzision auf eine ordentliche Portion kurpfälzischen Humor.
Legendär wurde Franz Barth in der Mannheimer Fasnacht unter einem Beinamen, den er sich mit einem Lächeln selbst gegeben hat: „Katastrophenprinz“. Nicht, weil er die Katastrophe war – sondern weil bei seinen Auftritten gerne mal etwas schiefging. Mal fiel die Dekoration hinter ihm von der Bühne, mal rutschte eine Servicekraft mit einem Tablett voller Sektgläser aus. Franz Barth nahm es mit Fassung und Humor, machte daraus sein Markenzeichen und blieb dabei stets bei seinem Lebensmotto: „Nein, nein, ’s ist nichts passiert.“
Nach seinem Prinzenjahr 1979 übernahm Franz Barth kein weiteres Amt beim FEUERIO – der Fasnacht blieb er trotzdem mit Leib und Seele verbunden. Fast vier Jahrzehnte lang stand er als „Protokoller“ auf den Bühnen der Region und nahm mit spitzer Zunge und feinem Gespür Politik und Zeitgeschehen aufs Korn. 1985 hatte er die Idee zum „Goldenen Knöchel“, gründete daraus den Verein „Die Blauen Veilchen“ und später den Club der Knöchelträger, dem er bis zuletzt als Präsident vorstand.
Auch beim FEUERIO blieb er über die Jahrzehnte gern gesehener Gast – zuletzt noch bei den Prinzenaudienzen, wo er als „Katastrophenprinz“ und Präsident des Clubs der Knöchelträger sein fasnachtliches Protokoll „in Dur und Moll“ vortrug.
Franz Barth hat der Mannheimer Fasnacht über Jahrzehnte sein Ehrenamt geschenkt – ohne dafür je einen Cent genommen zu haben. „Es ist mir eine Ehre, auftreten zu dürfen“, sagte er einmal. Mit dieser Haltung hat er Generationen von Kurpfälzer Fasnachtern geprägt und war weit über den FEUERIO hinaus eine feste Größe der Mannheimer Fasnacht.
Wir werden Franz Barth als einen Mann in Erinnerung behalten, der über sich selbst lachen konnte, der die Fasnacht mit Verstand und Herz zugleich lebte und der bewiesen hat: Auch eine „Katastrophe“ kann ein Geschenk sein, wenn man sie mit Würde trägt.
Der FEUERIO spricht der Familie und allen Angehörigen sein aufrichtiges Beileid aus.
